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…Und plötzlich war ich Escort!

Vor ein paar Jahren habe ich für meinen anderen Blog mal aufgeschrieben, wie ich Escort geworden bin, gerade ist mir der Artikel wieder in die Hände gefallen und ich finde den so schön, den möchte ich euch nicht vorenthalten!
Viel Spaß beim Lesen
xx Alice

 

Mir war irgendwie immer schon klar, dass ich mal im Escort lande – der Weg war fast vorgezeichnet.

Ich war immer schon an Dingen interessiert, die andere Menschen nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen haben, ich mochte, und mag immer noch, die Halbwelten – Geschichten über das Milieu, über die Prostituierten in früheren Zeiten und über die Häuser mit den Milchglasscheiben in Bahnhofsnähe. Mit 13 habe ich das erste Mal einen Fuß in einen Puff gesetzt – als Mutprobe mit meiner besten Freundin zusammen. Weiter als über die Türschwelle sind wir jedoch nicht gekommen 😀 Drei Tage danach das gleiche Spiel mit einem Sexshop, wieder mit dem gleichen Erfolg.
Sex war immer schon mein Ding, ich hab immer experimentiert und mir keine großen Gedanken über „das macht man doch nicht“ gemacht. Solange es Spass macht, kann es nicht schlecht sein, dachte ich mir und denk es immer noch (dass ich immer auf Safer Sex geachtet habe, ist, denke ich, selbstverständlich).
Ich war eigentlich eine ziemliche Spätzünderin, habe aber direkt von 0 auf 100 gestartet. Ich bin in meinem Freundeskreis immer noch die, die am liebsten über Sex redet, meistens zuviel und zu laut, aber irgendwie lande ich immer bei dem Thema….

Nach meinem Abi habe ich die Stadt gewechselt, eine langjährige Beziehung beendet und mich ins studentische Leben geschmissen, war immer, wie es sich für das Alter gehört, knapp bei Kasse und habe diverse Studentenjobs gehabt. Regelmäßig kam ich auf die Idee, dass ich doch mal Escort werden könnte, habe mich aber durch die ganzen „High Class Photoshop-Models“ abschrecken lassen. Mir war klar – für diesen Job bin ich definitiv nicht hübsch genug und hab es nicht gewagt mich einfach mal so zu bewerben.
Dass es dann doch so gekommen ist, dass ich in diesem wunderbaren Job gelandet bin liegt nur daran, dass ich einmal einen richtig grauenvollen Tag in dem Restaurant hatte, in dem ich damals gearbeitet hab. Abends saß ich im Bett und habe mich über unverhältnismäßig schlechte Bezahlung aufgeregt, gemerkt, dass ich viel zuviel arbeite um ordentlich zu studieren und dass das irgendwie doof ist… Ich fing an im Internet zu surfen, kam auf diverse Escortseiten und dachte „jetzt oder nie“. Füllte diverse Bewerbungsformulare aus, hängte die besten Bilder an, die ich hatte (ganz ehrlich – sie waren grauenvoll. Schnappschüsse, teils veraltet, teils unscharf, ich werde irgendwie selten fotografiert) und wartete. Am nächsten Morgen flatterten erstmal zwei Absagen rein und ich war froh, dass ich keine Nägel mit Köpfen machen musste. Doch kurz darauf kam die erste „Wir haben Interesse an dir, wollen wir mal telefonieren?“-Mail an – jetzt wurde es doch ernst!

Ich überlegte nur kurz und antwortete mit meiner Telefonnummer, postwendend klingelte mein Handy. Mein Puls war auf 180 und ich hatte Panik das Gespräch anzunehmen – ich hab es aber geschafft *gg*
Was folgte, war ein sehr langes, sehr angenehmes Gespräch mit einer Agenturleiterin, die mich aufnehmen wollte. Sie hat alle meine Fragen beantwortet, mir viel über ihre Philosophie erzählt und wir haben uns super verstanden. Ich hatte ein gutes Gefühl und habe mich direkt ein paar Tage später mit ihr in einem Café zum richtigen Vorstellungsgespräch getroffen, in dem es über alles ging, was ich wissen musste. Am Ende des Tages habe ich den Vertrag unterschrieben, einen neuen Namen gehabt, zwei bis vor einigen Stunden fremden Menschen eine Liste mit meinen sexuellen Vorlieben gegeben und erläutert, habe ein spontanes Fotoshooting gemacht und war rundum zufrieden.
Ich bin kein Mensch, der über Entscheidungen lange nachdenken muss. Wenn ich merke, die Idee ist gut, dann setze ich sie in die Tat um und so war es auch bei dieser Idee.

Schnell folgte mein erstes Date, von dem ich sicherlich auch nochmal erzählen werde, und ich war angekommen in dem sagenumwobenen „Abenteuer Escort“.Ich habe den Schritt nie bereut, auch wenn es mal weniger nette Dates gab, langweilige Kunden oder einfach nervige, blöde Typen, auch das kommt vor, das hat man in jedem Job. Aber die tollen und spannenden Begegnungen überwiegen sehr.

Ich bin ein Freudenmädchen aus Leidenschaft, ich habe den Ehrgeiz entwickelt gut zu sein und egal was ich mache – sei es an der Website basteln, vor einem Kunden zu knien und ihm einen Blow Job geben, auf der Jagd nach neuen Outfits durch die Stadt zu streifen oder am Flughafen auf den Flieger zu warten, der mich ans andere Ende des Landes bringt um einen Mann zu beglücken – es macht mich glücklich.
Dieser Job hat mich verändert, ich bin selbstbewusster und stärker geworden. Ich bin viel mehr Lady als früher und setze klare Grenzen. Trotzdem habe ich meine Persönlichkeit behalten, die ich immer war – ich habe sie nur ein bisschen erweitert.

(ursprünglich erschienen auf escortwerden.wordpress.com)

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